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Chronik
GTEV „D’Atteltaler“ Aßling
Der GTEV „D’Atteltaler“ Aßling wurde am 24. Februar 1921 von 16 Trachtlern ins Leben gerufen und beim Gauverband I eingetragen. Die Gründungsmitglieder waren Benno Mayer, Josef Dullinger, Georg Eicher, Paul Neumeier, Albert Aschenbrenner, Nikolaus Westermeier, Paul Bischofsberger, Englbert Brummer, Josef Lindauer, Franz Koller, Heinrich Maier, Viktor Schock, Georg Wimmer, Martin Oswald, Johann Limberger und Martin Sanftl.
Das materielle Opfer dieses Zusammenschlusses bestand aus einem Beitrag von monatlich50 RPfg. Nach reiflicher Überlegung entschloß man sich, aus der Vielfalt der Festgewänder die schöne Miesbacher Tracht auszuwählen. Zum Vereinslokal wurde der „Alte Wirt“ bestimmt. Wohl haben in den 80 Jahren die Wirtsleute gewechselt, doch die Trachtler sind immer ihrer Herberge treu geblieben. Lediglich einige Male ist man zum „Neuwirt“ gegangen, nachdem der Herbergsvater den Bierpreis erhöht hatte, oder beim „Alten Wirt“ keine Wirtsleute da waren. An jedem 1. Samstag im Monat trafen sich die Trachtler zur Monatsversammlung, die mit dem Vereinsgruß „boarisch san ma“ eröffnet wurde. Bald entstand der Wunsch nach einer Vereinsstandarte. Die Kosten von ca. 500 RM wurden mit Theateraufführungen eingespielt. Es gesellten sich immer mehr Gleichgesinnte dazu, so daß beim ersten Fest des Vereins, der Standartenweihe am 12. April 1923, bereits 43 Dirndl und Buam aktiv mitwirkten. Die Partnerschaft übernahm der GTEV „Glonntaler“ Glonn. Die folgenden Jahre wirkten wie eine einzige Vorbereitung auf ein großes Fest: Die Fahnenweihe am 30. August 1931. Sie wurde zu einem großen Ereignis weit über Aßlings Grenzen hinaus. Zum Fest kamen 28 Trachtenvereine. Selbst die Gauvorstandschaft, an der Spitze Thomas Bacher und Dr. Adlmaier, war erschienen. Die Partnerschaft übernahm der GTEV Rosenheim Stamm 1. Fahnenmutter war Frau Maria Böhm, Fahnenbraut Fräulein Maria Neureither; die Ehrenfrauen waren Fräulein Maria Heilmann und Fräulein Amalie Kirchlechner.
Vor der Einberufung vieler Trachtenkameraden zum Kriegsdienst traf man sich noch einmal am 4. November 1939 im Vereinslokal, um voneinander Abschied zu nehmen und auf ein baldiges Wiedersehen zu hoffen. Während des 2. Weltkrieges in den Jahren 1939 bis 1945 war kein Vereinsleben mehr möglich. Erst am 28. April 1947 konnte Paul Neumeier mit Genehmigung der Militärregierung wieder zu einer Versammlung einladen. Die kleine Schar noch vorhandener Mitglieder kam der Einladung nach. Der Verein begann unter großem Zulauf von jungen Burschen und Dirndln wieder aufzublühen. Am 6. Juli 1952 feierte Aßling das 30-jährige Gründungsfest des Trachtenvereins. Das Fest wurde mit Heimatabend, Feldgottesdienst und Festzug in Gemeinschaft mit 30 Vereinen abgehalten.
Ein viertes Mal erlebte Aßling ein Trachtenfest, als am 8. August 1971 das 50-jährige Gründungsfest, verbunden mit einer Fahnenweihe, stattfand. Am Vorabend wurde unter Leitung von Sepp Neumeier ein gelungener Heimatabend abgehalten. Trotz der Regenfälle am Festsonntag kamen 55 Vereine mit vielen Trachtlern und dem Gauvorstand Paul Gambs. Leider konnte der Festgottesdienst mit der Weihe der neuen Fahne nicht an dem mit viel Mühe und Geduld errichteten Feldaltar am Büchsenberg abgehalten werden, sondern mußte in der viel zu kleinen Kirche stattfinden. Fahnenmutter war Frau Maria Röder und die Fahnenbraut Fräulein Anna Obermeier. Die neue Fahne trägt den Spruch:
„Treu dem guten alten Brauch, Sitt und Trachten der Alten wollen wir erhalten“.
Am Nachmittag hatte der Wettergott ein Einsehen, und der Festzug konnte unter weißblauem Himmel durch Aßlings Straßen ziehen. Noch einmal rüstete man zu einer Festlichkeit, dem 60-jährigen Gründungsfest am 25. und 26. Juli 1981. Einladungen dazu ergingen an alle Trachtenvereine im Gauverband I. Es kamen 48 Vereine. Im neu gestalteten Anger war die Feldmesse. Als sich am Nachmittag der Festzug in Bewegung setzte, fing es an zu regnen und die Vereine zerstreuten sich in alle Himmelsrichtungen. Ein schöneres Wetter bescherte uns der Wettergott als von 28. Juni bis 1. Juli 1991 unser 70-jähriges Gründungsfest mit 45 Vereinen stattfand. An dieser Stelle seien die führenden Männer unseres Trachtenvereins in den 80 Vereinsjahren aufgeführt:
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1.
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Gründungsvorstand
Josef Dullinger
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vom 24.02.1921 bis 27.05.1922
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2.
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Paul Neumeier
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vom 28.05.1922 bis 18.11.1923
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3.
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Eduard Hörl
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vom 19.11.1923 bis 26.12.1923
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4.
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Franz Koller
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vom 27.12.1923 bis 10.12.1924
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5.
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Paul Neumeier
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vom 11.12.1924 bis 12.12.1926
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6.
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Jakob Sanftl
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vom 13.12.1926 bis 27.10.1928
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7.
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Paul Maierbacher
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vom 28.10.1928 bis 30.12.1934
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8.
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Paul Neumeier
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vom 31.12.1934 bis zur letzten Versammlung vor der Einberufung zum Kriegsdienst am 4. November 1939, dann 7 Jahre Vereinsruhe und Trauer
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9.
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Paul Neumeier
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übernahm den Verein wieder nach Kriegsende am 1. Mai 1946 bis zum 5. Oktober 1952. Er wurde 1956 zum Ehrenvorstand ernannt
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10.
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Paul Maierbacher
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vom 06.10.1952 bis 06.12.1958
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11.
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Josef Heiß
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vom 07.12.1958 bis 03.10.1986
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12.
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Balthasar Kirmaier
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vom 04.10.1986 bis 07.10.1994
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13.
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Hans Grasberger
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vom 08.10.1994 bis 04.10.2002
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14.
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Günter Frey
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vom 04.10.2002 bis 07.10.2006
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15.
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Hans Rossmanith
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seit 07.10.2006
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Unser Verein besteht heute aus 256 Mitgliedern, davon etwa 65 Aktiven,16 Ehrenmitgliedern, 3 Plattlergruppen und ca. 40 Trachtenkindern.
Ehrenmitglieder sind:
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Grasberger Martin †
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Hilgenrainer Martin †
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Röder Maria †
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Koller Franz †
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Rottmayr Michael †
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Eyreiner Therese †
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Röder Gottlob †
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Neureither Kaspar †
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Schweiger Betty †
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Eyreiner Josef †
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Haidwang Papist †
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Grasberger Anna †
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Schweiger Franz †
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Keller Marinus †
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Bernhard Winter †
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Eyreiner Hubert †
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Bischofsberger Paul †
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Ehrenvorstände:
Paul Neumeier †, Martin Grasberger †, Balthasar Kirmeier † und Josef Heiß †
Seit dem 26. August 1987 ist der GTEV „D’Atteltaler“ Aßling als gemeinnützig ins Vereinsregister eingetragen.
Am 1. Mai 1953 wurde nach langer Zeit wieder ein Maibaum aufgestellt. Seit 1884 war es der sechste. Der erste Maibaum in Aßling trug den Spruch:
„Die Leute sagen immer, die Zeiten werden schlimmer, und ich sagen nein, das stimmt besser ein, die Zeiten bleiben immer, die Leute werden schlimmer“.
Am 30. April 1967, am 1. Mai 1971, am 1. Mai 1979, am 30. April 1988, am 1. Mai 1992, am 1. Mai 1996 und am 1. Mai 2000 wurden wieder nach alter Tradition Maibäume aufgestellt. Martin Hilgenrainer, Anton Spiegelsberger und Josef Heiß waren hierbei die treibenden Kräfte. Zusätzlich übernahmen sie auch die Restaurierung der schönen Figuren. So war und ist jeder Maibaum ein schöner Blickfang und eine Zierde der Aßlinger Dorfmitte.
Das Theaterspielen wurde von den „Atteltalern“ seit Bestehen des Vereins gepflegt. Im Jahre 1921 wurde beschlossen, daß die Kosten für die Standarte über Theateraufführungen hereingebracht werden sollen. Es wurden lustige, aber auch nachdenkliche Stücke gespielt. Die Theatergruppe verfügt über talentierte Spieler, die es immer wieder verstehen, auf das Publikum zu wirken. Einige Stücke wie „s’Glöckerl vom Kirchwald“, welches vom verstorbenen Theaterleiter des Aßlinger Trachtenvereins, Michaela Rottmayr sen., verfaßt worden ist, kamen bei den Zuschauern gut an. Ebenso war die „Wirtszenzl von Aschau“ ein unbeschreiblicher Erfolg. Weitere beliebte Stücke waren „Der Meineidbauer“, „Das sündige Dorf“, „Der verkaufte Großvater“, „Thomas auf der Himmelsleiter“, „Jungfernwallfahrt“, „Der Regierungsvetter“, „Bei Wackerl’s geht’s rund“, „Bloß koan Schnaps“, „Der Grufti Casanova“ und „Die vier Weiber vom Berghof“ Diese Stücke mußten alle mehrmals aufgeführt werden. Michael Rottmayr jun. hat die Theaterleitung von seinem Vater übernommen und von dem früheren Spieler und Altvorstand Josef Heiß weitergeführt bis es 1999 Michael Brunnthaler übernahm.
Aus unserem Protokollbuch geht hervor, daß in Aßling immer schon das Singen und Musizieren zum Brauchtum gehörten. Der langjährige Vorstand Paul Neumeier † war ein großer Förderer des Gesangs und der Volksmusik, auch ein begeisterter Zitherspieler. Unter seiner Leitung bestand viele Jahre diese unten abgebildete Gesangsgruppe. Bis zum heutigen Tage wird der Gesang unter der Leitung von Josef Neumeier weitergepflegt. Außerdem gibt es seit 1981 im Verein eine junge Gesangsgruppe, die „Hofner Dirndl“ und die „Aßlinger Stuben Musi“. Der Trachtengedanke und das Interesse am heimatlichen Brauchtum nahmen von Jahr zu Jahr zu. Insbesondere die Jugendlichen begeistern sich, bestens betreut von freiwilligen Vorplattlern und Jugendleitern, immer mehr für den Trachtentanz, auch für Volksmusik und Gesang.
Es besteht ein guter Kontakt zur Kirche und zu den örtlichen Vereinen, wie auch zur Gemeindeverwaltung. Stets waren auch die führenden Männer in der Gemeinde im Verein vertreten. Die Teilnahme an kirchlichen und gemeindlichen Feiern ist dem Verein Ehrensache. Jedes Jahr nehmen die Aßlinger Trachtler an der Trachtenwallfahrt nach
Maria Eck teil. Die Monatsversammlungen, jeden ersten Freitag im Monat, werden gut besucht. Zu erwähnen sind noch die regelmäßigen Besuche der Gautrachtenfeste, die Teilnahme an Festen anderer Trachtenvereine, Ausflüge und Fahrten. Alles trägt zur Förderung des Vereins und zum Zusammenhalt bei.
„Treu dem guten alten Brauch“
Franz Schweiger
Diese Chronik endet augenblicklich im Jahr 2001 wird aber demnächst fortgeführt
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